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Was kostet eine App? Native, Cross-Platform oder Web-App

Aktualisiert am 7 Min. LesezeitHoang Ha Vu, Gründer von VU Studio
Hand hält ein Smartphone mit einer Essens-App, dahinter ein Laptop mit den App-Entwürfen, darüber leuchtende Münzen, Taschenrechner und Diagramm
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Kosten einer App ergeben sich vor allem aus Arbeitszeit: Funktionsumfang, Backend und Schnittstellen bestimmen den Aufwand stärker als die Zahl der Bildschirme.
  • Als Richtwert bei rund 100 € pro Stunde: einfache Web-App 8.000–20.000 €, plattformübergreifende App als MVP 15.000–40.000 €, umfangreiche App mit Backend 40.000–100.000 €.
  • Cross-Platform-Frameworks wie React Native oder Flutter bedienen iOS und Android aus einer Codebasis und sind für die meisten Geschäfts-Apps die wirtschaftlichste Wahl.
  • Für die Stores fallen bei Apple 99 US-Dollar pro Jahr und bei Google einmalig 25 US-Dollar an; dazu kommen Provisionen nur, wenn Sie über die App digitale Inhalte verkaufen.
  • Eine App braucht jedes Jahr Pflege, weil Apple und Google regelmäßig neue Mindestanforderungen an Apps stellen, die eingereicht oder aktualisiert werden.

1. Was kostet eine App 2026?

Eine professionell entwickelte App kostet 2026 meist zwischen 8.000 € für eine einfache Web-App und 100.000 € für eine umfangreiche App mit eigenem Backend. Wie bei einer Website ist Arbeitszeit der größte Kostenblock. Laut dem Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap liegt der durchschnittliche Stundensatz von Freelancern im DACH-Raum bei 103 €. Die folgenden Spannen rechne ich deshalb mit rund 100 € pro Stunde – Agenturen liegen in der Regel darüber.

App-TypTypischer UmfangAufwand (Richtwert)Kosten bei ~100 €/h
Einfache Web-App (PWA)Wenige Ansichten, Login, Formulare, installierbar80–200 Stunden8.000–20.000 €
Cross-Platform-App als MVPiOS und Android, Kernfunktionen, Push, Store-Veröffentlichung150–400 Stunden15.000–40.000 €
Umfangreiche App mit BackendRollen, Offline-Modus, Zahlungen, Schnittstellen, Admin-Bereich400–1.000 Stunden40.000–100.000 €
Zwei native Apps (Swift und Kotlin)Gleicher Funktionsumfang, getrennt entwickeltca. 1,5- bis 2-facher Aufwandentsprechend höher

Die Werte sind Richtwerte für Ihre Budgetplanung, keine Preisliste. Sie folgen derselben Logik wie mein Artikel Was kostet eine Website?: geschätzte Stunden mal Stundensatz. Ein belastbarer Preis entsteht erst, wenn Zielgruppe, Funktionen und Schnittstellen geklärt sind.

2. Welche Faktoren treiben die Kosten einer App?

Entscheidend ist, was hinter den Bildschirmen passiert. Eine App mit zehn Ansichten kann günstiger sein als eine mit fünf, wenn diese fünf Daten aus drei Systemen abgleichen. In der Praxis bestimmen diese Punkte den Aufwand:

  • Funktionsumfang: Login, Push-Benachrichtigungen, Kamera, Standort, Offline-Modus oder Zahlungen kommen jeweils als eigener Arbeitsblock dazu.
  • Backend und Schnittstellen: Fast jede App braucht einen Server für Daten und Nutzerkonten. Anbindungen an ERP, CRM oder Warenwirtschaft sind oft der größte Einzelposten.
  • Plattformen: Nur iOS, nur Android, beide oder zusätzlich Browser – jede Plattform will getestet und gepflegt werden.
  • Design: Ein individuelles Interface mit Animationen kostet mehr als eines, das sich an den Standards von iOS und Android orientiert.
  • Tests: Apps laufen auf sehr vielen Geräten und Bildschirmgrößen. Tests auf echten Geräten und eine Beta-Phase gehören in jedes Budget.
  • Store-Freigabe: Store-Texte, Screenshots, Datenschutzangaben und der Review-Prozess bei Apple und Google brauchen Zeit, gelegentlich auch eine zweite Runde.
Praxistipp: Schreiben Sie vor dem ersten Angebot auf, welche drei Aufgaben Ihre Nutzer mit der App erledigen sollen – und welche Systeme dafür Daten liefern. Diese Liste macht Angebote vergleichbar und zeigt früh, wo der eigentliche Aufwand steckt.

3. Native, Cross-Platform oder Web-App – was ist günstiger?

Am günstigsten ist meist die Web-App, am teuersten die native Entwicklung für beide Plattformen. Native Apps werden für jedes System eigens geschrieben, in Swift für iOS und in Kotlin für Android. Cross-Platform-Frameworks wie React Native oder Flutter erzeugen beide Apps aus einer gemeinsamen Codebasis. Eine Web-App oder Progressive Web App (PWA) läuft im Browser und lässt sich auf dem Homescreen installieren.

KriteriumNative (Swift/Kotlin)Cross-Platform (React Native, Flutter)Web-App / PWA
KostenHoch, zwei CodebasenMittel, eine CodebasisNiedrig
PerformanceSehr hochHoch, für Geschäfts-Apps ausreichendGut, abhängig vom Browser
GerätefunktionenVollständigNahezu vollständig, teils über ErweiterungenEingeschränkt, je nach Browser und System
App Store / Play StoreJaJaNicht nötig, Verteilung per Link
WartungDoppelt: zwei Apps, zwei TeamsEinmal für beide PlattformenGering, Update sofort für alle

Native Entwicklung lohnt sich vor allem bei sehr rechenintensiven Anwendungen oder wenn Sie neueste Systemfunktionen sofort nutzen müssen. Für die meisten Kunden- und Mitarbeiter-Apps entwickle ich plattformübergreifend, weil iOS und Android so dauerhaft auf demselben Stand bleiben. Und wo eine PWA reicht, ist sie die ehrlichste Lösung: Seit iOS und iPadOS 16.4 kann auch eine auf dem Homescreen installierte Web-App Push-Benachrichtigungen empfangen.

4. Welche laufenden Kosten hat eine App?

Nach dem Launch fallen Gebühren für die Stores, Kosten für Server und vor allem regelmäßige Wartung an. Die Store-Gebühren selbst sind überschaubar:

  • Apple Developer Program: 99 US-Dollar pro Mitgliedsjahr; der Betrag in Euro wird je nach Region bei der Anmeldung angezeigt.
  • Google Play Console: einmalige Registrierungsgebühr von 25 US-Dollar.
  • Apple-Provision: Im App Store Small Business Program sinkt die Provision auf bezahlte Apps und In-App-Käufe auf 15 %, solange die Erlöse unter 1 Million US-Dollar pro Jahr bleiben.
  • Google-Provision: Für Nutzer im EWR gilt seit dem 30. Juni 2026 eine neue Gebührenstruktur; je nach Transaktion und Programm liegen die Sätze zwischen 10 % (Abos) und 25 %, bei Abrechnung über Google Play zuzüglich 5 % Abrechnungsgebühr.

Die Provisionen betreffen nur Verkäufe digitaler Inhalte über die App. Laut Google vertreiben 97 % der Entwickler ihre Apps ohne Servicegebühr – eine kostenlose Service- oder Mitarbeiter-App zahlt also in der Regel nichts. Prüfen Sie die aktuellen Sätze vor dem Start, denn beide Anbieter passen ihre Bedingungen regelmäßig an.

Der größere Posten ist die Wartung. Seit dem 28. April 2026 müssen neue Uploads im App Store mit Xcode 26 und dem SDK für iOS 26 gebaut sein. Bei Google müssen neue Apps und Updates seit dem 31. August 2026 auf Android 16 (API-Level 36) ausgerichtet sein. Wer seine App ein Jahr nicht anfasst, kann also keine Fehlerkorrektur mehr ausliefern, ohne erst nachzurüsten. Als Richtwert sollten Sie pro Jahr etwa 15–20 % der ursprünglichen Entwicklungskosten für Pflege, Updates und Server einplanen.

5. Warum lohnt sich ein MVP als erste Version?

Weil Sie mit einem Minimum Viable Product (MVP) früh lernen, was Nutzer wirklich brauchen, bevor das große Budget fließt. Ein MVP enthält nur die Kernfunktionen, die das wichtigste Problem lösen – sauber gebaut, aber ohne Extras. So gehen Sie dabei vor:

  1. Kernnutzen festlegen: Welches eine Problem löst die App besser als jede Alternative?
  2. Klickbaren Prototyp testen: Schon wenige echte Nutzer am Gerät decken viele Verständnisprobleme auf, bevor programmiert wird.
  3. Erste Version veröffentlichen: lieber mit drei Funktionen live als mit zwölf Funktionen in der Warteschleife.
  4. Nutzung messen und ausbauen: Neue Funktionen entstehen auf Basis echter Daten, nicht nach Bauchgefühl.

Ein MVP ist keine Wegwerf-App. Die Architektur sollte von Anfang an so angelegt sein, dass weitere Funktionen ohne Neubau hinzukommen können.

6. Wie komme ich zu einer verlässlichen Kostenschätzung?

Über ein kurzes Konzept mit Prototyp, bevor die eigentliche Entwicklung beginnt. Darin werden Zielgruppe, Funktionen, Plattformen und Schnittstellen festgelegt und mit Stunden hinterlegt. Achten Sie im Angebot darauf, dass Store-Einreichung, Tests, Backend und Wartung ausdrücklich enthalten oder getrennt beziffert sind – und dass Quellcode und Store-Konten Ihnen gehören.

Wenn die App vor allem interne Abläufe abbilden soll, kann auch eine Browser-Anwendung genügen – wann sich eigene Software lohnt, beschreibe ich im Artikel Standardsoftware oder Individualsoftware. Wie ich von der Idee bis zur Veröffentlichung im Store vorgehe, finden Sie auf der Seite zu Apps für iOS und Android. Einen ersten Überblick über Ihre Möglichkeiten bekommen Sie im kostenlosen Bedarfscheck.

Porträt von Hoang Ha Vu, Gründer von VU Studio

Über den Autor

Hoang Ha Vu

KI- und IT-Berater sowie Full-Stack-Entwickler. Mit VU Studio in Wiesbaden begleite ich kleine und mittlere Unternehmen von der ersten Idee bis zur laufenden Lösung – von KI-Integration über individuelle Software bis zur Website.

Mehr zum Service: Apps

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Häufig gestellte
Fragen

Haben Sie Fragen? In meinem FAQ-Bereich finden Sie schnelle Antworten auf die häufigsten Fragen.

Als Richtwert: Ein MVP ist oft in zwei bis vier Monaten im Store, eine umfangreiche App mit vielen Schnittstellen braucht eher sechs Monate oder länger. Einfluss haben vor allem schnelle Entscheidungen, verfügbare Schnittstellen der eigenen Systeme und der Review-Prozess der Stores.

Ja, häufig sogar mit wenig Verlust. Das Backend, die Datenstruktur und viele Erkenntnisse aus der Nutzung bleiben erhalten. Wird die Web-App mit React gebaut, lässt sich bei einem Wechsel zu React Native ein Teil der Logik weiterverwenden. Die Oberfläche wird für die mobilen Plattformen in der Regel neu umgesetzt.

Das regelt Ihr Vertrag – achten Sie darauf, dass beides Ihnen gehört. Das Entwicklerkonto bei Apple und Google sollte auf Ihr Unternehmen laufen, der Dienstleister erhält nur Zugriff. So können Sie später den Anbieter wechseln, ohne die App neu veröffentlichen zu müssen.

Fast immer, sobald Daten zwischen Geräten geteilt oder Nutzerkonten verwaltet werden. Das muss kein eigener Rechner sein: Cloud-Dienste übernehmen Datenbank, Anmeldung und Dateispeicher. Achten Sie dabei auf Serverstandort und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach DSGVO.